Das gibt´s wohl nur in Dresden: Stollenbäckerei mitten im Jahr

Es waren zwar fast genau noch sechs Monate bis zum diesjährigen Weihnachtsfest, was aber, so sagte man sich wohl in der Bäckerei Walther in Dresden auf der Leipziger Straße, liegt da näher, als schon einmal den Teig für den Christstollen anzurühren und Probe zu backen? Nichts! Vielleicht sagte sich Meister Matthias Walther auch nur: Vorfreude ist alles! Und so veranstalteten er und sein Bäckerei-Team am 24. Juni auf dem Querbahnsteig des Hauptbahnhofes eine Sommer-Weihnacht.

Da gab es den frisch gebackenen Stollen. Ein geschmückter Baum stand da, der Weihnachtsmann sah vorbei und wer wollte, bekam auch ein Glas Glühwein. „Es sind nur noch sechs Monate und die vergehen sehr schnell. Die Menschen sollten die Zeit gut nutzen. Daran möchten wir mit unserer Sommer-Weihnacht erinnern“, erklärt Matthias Walther das doch etwas ungewöhnliche Fest mitten im Jahr, das es so wohl nur in der Stollen-Stadt Dresden gibt.

Für das (richtige) Weihnachtsgeschäft beginnen sie mit dem Stollenbacken erst, wenn das Wetter kühler geworden ist (so es überhaupt mal sommerlich warm wird). Ab Mitte Oktober rührt man bei Walthers normalerweise den ersten Teig an. Das Rezept hat er von seinen Vater, der es wiederum von seinem Vater hat. Einige der Zutaten, insbesondere die Gewürze und das Mischungsverhältnis, sind geheim. Nur soviel verrät er: „Für 130 Kilogramm Stollen brauchen wir 40 kg Mehl, 30 kg Rosinen, 20 kg Butter, 6 kg Mandeln, 8 kg Zitronat und Orangeat. Dazu Milch, Zucker, Salz, Hefe und Gewürze.“ Man muss ja auch nicht alles genau wissen – Hauptsache ist doch, der Stollen schmeckt! Im Sommer wie im Winter…