Bäcker hält im Bahnhof Mitte die Stellung

Friedrichstadt Matthias Walther hat 2005 seinen Kiosk in der Halle eröffnet. Weitere Geschäfte sollten folgen - doch die Bahn prüft noch die Pläne.

Bäckermeister Matthias Walther betreibt seit 2005 den kleinen Laden im Bahnhof Mitte.

Über den tristen Anblick in der Halle des Bahnhofs Mitte werden sich Pendler und Anwohner noch lange ärgern müssen. Der größte Teil sind Baustellenflächen und derzeit unvermietbar. Dabei gibt es seit mehr als zwei Jahren Pläne für die Gestaltung. Eine detaillierte Prüfung zur Wirtschaftlichkeit für ein Vermarktungskonzept wird nun voraussichtlich bis Mitte des Jahres erfolgen, teilte die DB auf SZ-Anfrage mit. Die geplante Vermietung sei auf einen Branchenmix für Pendler ausgerichtet. Bereits im September 2009 hatte die Deutsche Bahn AG angekündigt, dass in die Ladenflächen unter anderem ein Supermarkt, eine Drogerie, eine Apotheke und diverse Imbiss-Angebote einziehen sollten. Momentan sind in der Halle zumindest ein Geldautomat, eine Telefonzelle und ein Glascontainer aufgestellt. Toiletten gibt es nicht. Ein Blumenhändler und der Bäckermeister Matthias Walther sind die einzigen Mieter in der Halle. Sein Laden geht gut, ist er doch ein Lichtblick in der zugigen und dunklen Halle. An sieben Tagen in der Woche hat der kleine Laden mit 42 Quadratmetern Fläche geöffnet. Pendler und Anwohner kaufen hier frische Brötchen, einen Kaffee, Wurst und die Tageszeitung. Länger als ein paar Minuten hält sich jedoch niemand gern auf. „Ich finde den Zustand des Bahnhofs katastrophal“, sagt Andrea Scheiter, die einmal in der Woche auf dem Bahnhof in den Zug steigt. Sie wünscht sich mehr Sauberkeit und eine Toilette. Das sieht Pendlerin Aniko Schwarze ähnlich: „Die Bahnsteige sind ja okay, aber der Rest des Bahnhofs ist unglaublich hässlich. Das Ganze ist auch nicht besonders attraktiv für die Touristen der umliegenden Hotels.“ Bäckermeister Matthias Walther sieht im Bahnhof Mitte auf jeden Fall eine Menge Potenzial. Er könnte sich zum Beispiel vorstellen, seinen Laden um ein kleines Café mit Sitzgelegenheiten zu erweitern. Immerhin zählt der Bahnhof zu den großen Umsteigepunkten in Dresden, zusätzlich steigen viele Reisende zum Flughafen hier ein oder aus.

Auch die Stadt will in den Bahnhof Mitte investieren. Der angrenzende Vorplatz zur Westseite soll zum Stadtplatz werden, Bäume, Bänke und eine Skulptur erhalten. Der Einrichtungsmarkt Domäne baut einen eigenen Parkplatz. Für beides liegt die Entwurfsplanung vor. „Der Baubeginn erfolgt, sobald der Bau des privaten Parkplatzes von Domäne abgeschlossen ist. Wir rechnen noch in diesem Jahr damit“, teilte Stadtsprecherin Doris Oser mit. Die Bauarbeiten am Vorplatz seien nicht von der Ansiedlung neuer Geschäfte im Bahnhof abhängig. Die veranschlagten Baukosten für den Platz liegen bei rund 450 000 Euro und sollen durch Fördermittel bezuschusst werden.

Iris Hellmann/Katja Schlenker